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Urs Käppeli† 1942-2017

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Ein Club, ein Haus, drei Anlagen

Historie des FEAC

Gründung

Der Freiämter Eisenbahn Amateur Club FEAC wurde am 06. November 1975 auf Initiative von Dr. Hansruedi Mösch von einer begeisterten Modelleisenbahnerin und neun Modelleisenbahnern im Hotel Bären in Wohlen ins Leben gerufen und dann am 14. Oktober 1976 als Verein mit Statuten definitiv gegründet. Das Hobby Eisenbahn hatte alle Gründungsmitglieder zusammengebracht mit dem Ziel, miteinander vorallem Stärken jedes Einzelnen zu teilen und so eigene Schwächen aufzuarbeiten. Modellbauer, Elektriker, Elektroniker, Schreiner, Zeichner etc. waren die Berufe, welche schon von Anfang an im FEAC vertreten waren und für einen professionellen Start sorgten. Das erste grosse Problem in dieser zusammengewürfelten Gesellschaft war natürlich die Frage: Wird bei der zu erstellenden Clubanlage mit Wechselstrom oder mit Gleichstrom gefahren? Dieses einfache, aber doch eher komplexe Problem war der erste Prüfstein des FEAC, welcher nach einigem und längerem Hin und Her gütlich aus dem Clubweg geräumt wurde. Wahrscheinlich stammt aus dieser Zeit das ausgeprägte und hochentwickelte Problemschaffungs und Problemlösungsverfahren im FEAC.

Mitgliederzahlen

Der FEAC beschliesst seit seinem Bestehen an jeder Generalversammlung, dass dem Werben um Clubmitglieder vermehrt Aufmerksamkeit und Bedeutung zuzumessen sei. Trotz diesen hehren Vorsätzen ist aber die Mitgliederzahl nach einem stetigen Wachstum schon längere Zeit mit 30 bis 35 Clubmitgliedern konstant. Am Mitgliederbeitrag von 50.- Fr. und einem monatlichen Baubeitrag von 15.- Fr. also einer totalen Jahresbelastung von 230.- Fr. kann dieser Zustand wohl kaum liegen.

Organisches Wachstum

Von Anfang an war es das erklärte Ziel des FEAC gemäss dem italienischen Sprichwort: Che va lentano va lontano, also dass nur der weit kommt welcher langsam läuft, zu leben. Monatlich werden Clubversammlungen durchgeführt, an denen über anstehende Probleme diskutiert wird und Beschlüsse gefasst werden, welche manchmal sogar direkt umgesetzt werden. Diese Beschlüsse können aber auch an einer der nächsten Clubversammlungen nochmals neu überdacht und erst dann zu einer meist doch eher definitiv scheinenden Lösung zugeführt werden. Diese Gesprächs Kultur und auch das obligate gemeinsame "Nachtessen" nach getaner Arbeit oder einfacher Präsenz, hat dem FEAC zu einer guten wertvollen Kameradschaft unter den Mitgliedern verholfen.

Das selbstgebaute Clubhaus

Idee

Wie wohl bei jedem neuen Verein in der Schweiz stand auch die Wiege des FEAC im Säli eines Restaurants. Von dort ging es dann nach einigen Bemühungen in den Luftschutzkeller eines Schulhauses und mit dem Bau der ersten HO Anlage konnte begonnen werden.

Probleme

Luftschutzkeller in Schulhäusern haben es so in sich. Die Schulhausabwarte sind zwar mehr als nett, haben aber auch nur zwei Augen, welche Sie zudrücken können um über alles hinwegzusehen, was so ein Club entgegen der Vereinbarung mit der Gemeinde macht. Man kann Luftschutzräume benutzen, ist aber doch nie so recht sicher, ob sie einem wirklich zur Verfügung stehen. 1975 war die Zeit des kalten Krieges. Lärm, Rauch und schaler Geschmack erzeugen auch nicht gerade die Stimmung vom Duft der grossen weiten Welt. So wurde eigentlich allen Clubmitgliedern schnell klar, ein eigenes Haus muss her mit Fenstern und so. "Nid lugg loh gwünt". Wenn man lange genug allen Verantwortlichen einer Gemeinde mit der Bitte um ein Stück Land auf die Nerven geht, kehrt bei diesen irgendeinmal der nackte überlebenstrieb ein und Sie offerieren 200 Quadratmeter Land im Baurecht. Der FEAC hat von diesem Angebot sofort Gebrauch gemacht und 1983 und 1984 auf so einem Landfleck sein eigenes Clubhaus erstellt. Am 30.03.1984 wurde das selbsterbaute Clubhaus feierlich eingeweiht.

Arbeitsstunden

Das 25 x 8 Meter grosse Clubhaus, ein Stahlbau auf Betonplatte, wurde von den 28 Clubmitgliedern in der Freizeit während elf Monaten in 4700 Arbeitsstunden gebaut.

Kosten

Die Gesamtkosten für den Clubhausbau betrugen Fr. 45‘551.40. Diese Investitionen wurden mittels Anteilscheinen gezeichnet von den Clubmitgliedern, Sponsoring und Lotto finanziert.

Handling

Das FEAC Clubhaus gehört den Clubmitgliedern. Wer will hat dazu einen Schlüssel. Das Clubhaus kann auch für Familienanlässe der Clubmitglieder beansprucht werden. Ein Hauswart kümmert sich um die Pflege und Hege des gediegenen Hauses. Der Anlageraum des Clubhauses wurde aufgeteilt in eine Spur 0 Wandanlage, eine Spur HO Anlage mit Mittelzunge und in eine Spur N Eckanlage.

Die Spur Null Anlage, eine zweispurige Einspurstrecke

Grundidee

Um den spärlichen Platz der Spur 0 Anlage möglichst optimal zu nutzen, entwarf der leider viel zu früh verstorbene Peter H. Hegnauer eine Einspuranlage mit möglichst vielen Zweispurstrecken. Bahnhof, Paradestrecke und Schattenbahnhof liegen vertikal übereinander, die Gleislänge beträgt aber trotzdem über 220 Meter. Die Strecken werden in beiden Richtungen befahren.

Realisation

Eisenrahmen aus U Eisen geschweisst bilden das Grundgerüst der Anlage. Aus 16 fach verleimten Schaltafeln wurden die Trassebretter geschnitten und mittels 8 mm Gewindestangen fixiert. Korkstreifen dienen als Schalldämmung und Grundform des Schotterbettes unter den Gleisen. Die Weichen wurden vom Metallvirtuosen Paul Deboni selbst hergestellt.

Möglicher Fahrbetrieb

Die Spur Null Anlage kann vollautomatisch betrieben werden. Ein Computer überwacht dann laufend etwa sieben Züge, welche gleichzeitig im Betrieb sind. Ein grosses Stellpult ermöglicht daneben den Bahnhof, wie bei der SBB, mittels Tasten von Hand zu steuern. Der Betrieb auf der Strecke läuft also automatisch; die Ein- und Ausfahrt der Züge im Bahnhof wird aber von Hand gesteuert. Als dritte Variante kann mittels Fahrstrassensteuerung und Handregler im Bahnhof und Betriebsgelände wie ein Lokomotivführer gefahren werden.

Die selbstentwickelte Steuerung +KIREKA 2000+

Was ist KIREKA?

KIREKA ist eine digitale Zugssteuerung, welche von Eisenbahnfans des Freiämter Eisenbahn Amateur Clubs in unzähligen Stunden selbst entwickelt wurde. Dank ihrer komplexen Einfachheit kann KIREKA problemlos an Anlagen angeschlossen werden, unabhängig von der Spurgrösse. KIREKA erfüllt die Wünsche des Hobby-Lokführers mit Zügen vorbildgerecht fahren zu können mit einer idealen Kombination von Steuerkarten und eines Computers. KIREKA ist eine aus überall erhältlichen elektrischen und elektronischen Komponenten gefertigte Steuerung im Industriestandard.

Was kann KIREKA?

KIREKA kann so viele Züge wie die Anlage verkraftet automatisch (jeder Zug mit einem Fahrplan), halbautomatisch (z. B. handgestellte Bahnhofstellpulte und Fahrpläne auf den Strecken) oder von Hand (Handregler mit 16 Stufen und Vor- und Rückwärtsfahrt) auf einer komplizierten Anlage so fahren lassen, wie sich das der Modelleisenbahner wünscht. In jedem Betriebsmodus wird die Anlage immer mehrmals pro Sekunde überwacht.

KIREKA verhindert durch seine aufwendigen und ausgefeilten Steuerungsmechanismen praktisch jeden Zusammenstoss zwischen Zügen auf einer noch so verschlungenen Anlage.

KIREKA steuert jede Lokomotive und jeden Zug individuell, beim Anfahren, in der Steigung, auf der Horizontalen, bei der Talfahrt, beim Bremsen, abhängig von der Länge der in Fahrrichtung freien Strecke, so dass ein vorbildgerechtes Fahren möglich wird.

Was braucht KIREKA nicht?

KIREKA braucht keine Umbauten an Loks oder Wagen mit Ausnahme eines Stromverbrauchers im Schlusswagen eines Zuges. Also keine Bausteine in Loks.

KIREKA braucht keine zusätzlichen Kontakte oder Induktionsschleifen unter, neben oder über den Schienen. Die Anlage bleibt so, wie sie gebaut ist.

KIREKA braucht keine Kehrschlaufensteuerung.

KIREKA braucht keine permanenten Gleisputzwagen um optimale Kontakte zu garantieren.

KIREKA setzt keine Programmierkenntnisse voraus. Die einmaligen Eingaben beim Einrichten der Steuerung sind Menu geführt.

Wie funktioniert KIREKA?

Die Modellanlage wird in Strecken unterteilt. Jede Strecke besteht aus einer beliebig langen Fahrstrecke und einer oder zwei kurzen Haltestrecken in Fahrtrichtung. Von jedem dieser Abschnitte werden zwei Drähte zur Steuerung geführt.

Der Steuerschrank besteht aus einem oder mehreren handelsüblichen 19 Zoll Baugruppenträger für Doppeleuronorm Platinen. In diese werden je nach Bedarf eine oder maximal 16 KIREKA Karten gesteckt. An diesen elektronischen Wunderdingern werden die beiden Drähte der Geleise direkt angeschlossen. Ein speziell für KIREKA geschriebenes Computerprogramm übernimmt nun in einem handelsüblichen PC die Steuerung von allem, was auf der Anlage zu regeln und zu überwachen ist. So stellt KIREKA sicher, dass auf einer Anlage nur das passiert, was geschehen darf.

Hardware Lösung von KIREKA

Der Elektronikspezialist Wendolin Kiser hat sich der anspruchsvollen Aufgabe gewidmet auf einer Platine im Doppeleuropaformat (23 cm x 16 cm) Fahrbausteine, Gleisbesetztmelder, Relaisbausteine, Ein- und Ausgänge so zu vereinen, dass mit einer Karte bis zu zwölf Gleisabschnitte in jeder Richtung steuerbar sind. Mit der gleichen Karte können gleichzeitig noch acht weitere Eingänge abgefragt und acht Ausgänge gesteuert werden.

Als Zusatzfunktion wurde eine Multiweichensteuerung entwickelt. Der Gedanke dabei war, dass pro Anlage die acht digitalen Ausgänge nur einer KIREKA - Karte gebraucht werden, um damit 64 Weichen kostengünstig zu steuern.

Software Lösung der KIREKA Steuerung

Der Programmierspezialist Alan Rees hat für die Steuerung KIREKA ein modular aufgebautes Computer Programm geschrieben, das auf die Bedürfnisse fast aller Eisenbahnerwünsche eingeht und direkt auf die KIREKA - Karte abgestimmt ist.

Die Steuerung der Anlage erfolgt dynamisch, abhängig vom Betriebszustand der Anlage. Jeder Zug erhält vom Lokführer über Handregler, Stellpult oder Fahrplan Vorgaben, wohin und wie schnell er fahren soll. Je nach Situation auf der Anlage wählt der Computer für den betreffenden Zug die Strecken vor, stellt fest ob diese frei sind und beschleunigt oder bremst die Züge um einen möglichst optimalen Fahrverlauf zu erreichen. Der PC steuert jede Lokomotive aus den eingegeben Parametern mit einer optimalen Anfahr- und Bremscharakteristik. Selbstverständlich stellt das Computerprogramm auch die notwendigen Weichen und verriegelt Fahrstrassen. Im Computer ist also jederzeit abgespeichert, wo jede Lok resp. jeder Zug steht oder fährt und wo sie als nächstes erwartet werden. Wird einmal eine Strecke nicht erwartungsgemäss freigegeben (z.B. verlorener Wagen), dann halten die nachfolgenden Züge automatisch an.

Es ist auch problemlos möglich, inmitten von automatisch fahrenden Zügen mit Handreglern einen oder mehrere Züge individuell zu fahren. Selbstverständlich lässt auch hier der Computer nicht zu, dass "Katastrophen" verursacht werden können. Safety first!

Mit der KIREKA Steuerung wird die Spur Null Anlage gesteuert

+KIREKA 2000+

Die +KIREKA 2000+ Steuerung ist eine Weiterentwicklung der KIREKA Steuerung. Auf einer Europlatine sind Fahrbaustein, Relais und Besetztmelder zusammengefasst. Eine Verkabelungskarte ermöglicht, ohne Löten, den Anschluss der Geleise, das Steuern und betreiben von Weichen, Signalen, Toren etc. Das Gleisbild kann auf dem PC Bildschirm einfach eingegeben und dargestellt werden. Während dem Betrieb stellt dieses Gleisbild mittels verschiedener Farben und Zugsnummern den Betriebszustand der Anlage auf dem Bildschirm dar.

Die Spur HO Anlage

Konzept der Anlage

Die Spur HO Anlage des FEAC ist eine Anlage mit Mittelzunge und einem Wandbahnhof. Neben genügend Platz für das Abstellen von Zügen in grosszügig dimensionierten Schattenbahnhöfen, ging es darum, einen Durchfahrbahnhof, einen Güterbahnhof und einen Personenbahnhof zu gestalten. Neben einer harmonischen Streckenführung ist ein weiteres Ziel des FEAC bei der HO Anlage möglichst viel ansprechendes Gelände zu gestalten.

Steuerung der Anlage

Die Spur HO Anlage wird mit der Steuerung +KIREKA 2000+ betrieben. Vorgesehen ist eine zentrale überwachung der Anlage, um einen problemlosen automatischen Betrieb zu ermöglichen. Bei den einzelnen Bahnhöfen sollen mit Stellpulten bahngemässer Stationsbetrieb ermöglicht werden. Handfahrregler werden das ganze Abrunden und die total individuelle Fahrweise ermöglichen.

Zukünftiger Fahrbetrieb

Mit der universellen Konzeption der Steuerung sollte es möglich sein, den Fahrbetrieb auf der HO Anlage, den Wünschen und der Anzahl der Clubmitglieder anzupassen. Von vollautomatisch bis zum individuellen Fahrbetrieb soll jede Möglichkeit im Rahmen eines Computer überwachten Fahrbetriebes möglich sein.

Die Spur N Anlage

Die FEAC Mitglieder, welche sich der Spur N verschrieben haben, wollten natürlich auch eine eigene Anlage. So entstand im Streckenwendel der Spur H0 Anlage eine integrierte N Anlage mit eigener Handsteuerung und eigenen Bahngesetzen.

Spezialitäten im FEAC

Eigenbauten

Der FEAC hat in Paul Deboni einen ausgewiesenen Modellbauer als Mitglied. Von der Rbe 4/4 der ehemaligen WM bis zum Modell des Bahnhofes Wohlen hat er mit unzähligen Kostbarkeiten unsere Anlagen verschönt.

Bijous

Eine laufende Sägerei und eine Mühle beleben unsere Anlagen wie auch ein richtig steuerbarer Portalkran. Einkaufsstrassen, Café, Werkstätten aber auch Staumauern und selbst gebaute Brücken geben den Clubanlagen den speziellen Charakter.

Gelände

Georges Keller, ein Naturtalent im wahrsten Sinne des Wortes versteht es immer wieder mit Sagex, Kork oder Gips ein Stück Natur auf unsere Anlage zu bringen. Selbstverständlich wird er dabei von den anderen Clubmitgliedern tatkräftig unterstützt.

Nice to have

Barrieren, Drehscheibe und Tore welche sich bewegen sind die Domäne von Armin Meier. Anschlussfertig liefert er die kleinen Kostbarkeiten, welche der Analge das berühmte Tüpfchen aufs "i" verpassen.

 

(Artikel an Eisenbahn Amateur zum Anlass des "Tag der offenen Tür" vom 6. Mai 2000)

Urs Käppeli, Präsident FEAC